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Erinnerungen an Pater Vjeko (1/2)
Montag, 11. Juni 2007 Geschrieben von fra Ivica Perić

pater VjekoDies sind meine Erinnerungen an Pater Vjeko. Das, was ich weiĂź, maches, was ich von ihm und von anderen Leuten erfahren habe. Im ersten Teil werde ich meine Anreise und das mein erstes Treffen mit Pater Vjeko in Afrika beschreiben.

Ich kam am 28.10.1990 in Afrika an. Ruanda war meine erste Station. Ich fliege also von Split aus über Rom, Nairobi und schließlich nach Ruanda, wo ich Pater Vjeko und Pater Pero Vrebac treffe, beide Pfarrer aus der bosnischen Provinz, sowie Don Sebastijan, einen Salesianer. Ich war im Begriff nach Uganda zu fliegen, aber ich wollte die Gunst der Stunde nutzen und meinen Landsleuten in Ruanda einen Besuch abstatten. Allein mein Erscheinen in Ruanda war ein wenig überraschend zu dieser Zeit. Niemand hoffte, dass ich tatsächlich käme. Vor dem Abschließen meines Englischkurses habe ich mir ein Flugticket nach Ruanda, Afrika gekauft. Zu dem Zeitpunkt, als ich das Ticket gekauft hatte, herrschte noch Frieden in Ruanda. Unmittelbar bevor ich im Begriff war meine Reise nach Ruanda anzutreten, erfuhr ich erst, was dort überhaupt los war. Ich dachte schon ernsthaft darüber nach mir mein Flugticket umbuchen zu lassen, aber ich entschloss mich dennoch so fortzufahren, wie es von Anfang an geplant war. Der Krieg brach in Ruanda am 1. Oktober in jenem Jahr aus, etwas weniger als Monat vor meiner Anreise.

Ich lande in Nairobi und versuche weiter nach Kigali zu kommen. Die Bediensteten erklärten mir, dass alle Flüge nach Ruanda gestrichen wurden, weil “da drüben“ Krieg herrscht, alle, bis auf die von einer einzigen Fluggesellschaft und wenn ich möchte, so können sie “mich in dieses Flugzeug stecken“, so hieß es. Das war irgendsoeine Fluggesellschaft aus Kamerun. So also bin ich nach Ruanda gekommen. Am Flughafen sind nur ein Afrikaner und ich aus dem Flugzeug ausgestiegen. Am Flughafen selbst konnte man nur eine handvoll Angestellter, ein am Parklatz geparktes Auto und ein Gebäude, das an allen Fenstern mit Säcken bedeckt waren und durch diese eine Art Fernrohr durchguckte, sehen. Ich verlasse den Flughafen und draußen erwartet mich bereits Don Sebastijan. Wir kannten einander damals noch nicht, deshalb hat er mir mit seinem Pass gewunken als Zeichen dafür, dass er auf mich wartet. Er kam, um zu sehen, ob ich gekommen war. Pater Vjeko hat ihn um diesen Gefallen gebeten, weil sie dachten, dass ich nicht köme, aber für alle Fälle.

Don Sebastijan und ich fahren nach Kicukiro, einem Ort, der ca. drei bis vier Kilometer weit vom Flughafen entfernt liegt und wo er selbst einst Gemeindepfarrer gewesen war, und essen dort zu Mittag. Auf dem Weg dorthin sind wir an vier oder fünf Barrikaden gestoßen. ( In dieser Gemeinde waren die Ereignisse des Films “Shootinh Dogs“ gedreht worden ). Nach dem Mittagessen sind wir weiter nach Kivumu gefahren. Auf dem Weg dorthin waren wir wiederum auf unzählige Barrikaden und noch mehr Soldaten gestoßen. Sebastijan kommt sehr gut zurecht. Er antwortete ihnen etwas auf Kinyarwandi bereits ein paar Hundert Franken in der Hand haltend, eine mir völlig unbekannte Sprache, und wir fahren mit unserer Fahrt fort. Damals gab es in Kivumu nur zwei Pfarrer. Pater Vjeko, den Gemeindepfarrer, Pater Pero, Meister der Novizen, sowie sieben Novizen.

Keine Spur von Pater Vjeko, als wir in Kivumu ankamen. Der Koch sagte uns, er sei in der Kirche. Don Sebastijan und ich gingen dort hin. Und es gab wirklich was zu sehen: eine wundeschöne Kirche. Halbkreisförmig. Vor kurzer Zeit zuendegebaut und schön anzusehen. Ihre Ziegelsteine weiß und rot dekoriert, damit sie nicht monoton, sondern lebendig wirkt. Ein diagonal verlaufendes Dach mit Azbest. Wir betraten die Kirche und staunten. Man sah Pater Vjeko und mit ein paar hundert Kindern. Mehr oder weniger alle im selben Alter. Wir waren zum Kommunionsunterricht gekommen. Die Kinder lachten und haben mit den Händen gewunken, damit sie etwas fragen können. Pater Vjeko erblickte uns und sagte etwas zu den Kindern. Alle drehten sich zu uns um. Es herrschte absolutes Schweigen.Vjeko begann zu sprechen, als plötzlich die Kinder zu applaudieren anfingen. Der Unterricht war natürlich sofort beendet, wir hatten jedoch das Problem uns die Kinder “vom Hals zu schaffen“.

Alle kam zu uns her, an unseren Hosen ziehend und fragten ununterbrochen irgendwelche Sachen. Sebastijan erklärte ihnen alles und zum Schluss schickten er und Vjeko alle Kinder nach Hause. Wir kehrten ins Kloster zurück. Er kam auch noch Pater Pero hinzu und wir saßen alle miteinander. Don Sebastijan wollte vor Einbruch der Dunkelheit sich wieder auf dem Nachhauseweg machen, weil es abends draußen nicht sicher ist, besonders nicht, seitdem diese Barrikaden aufgestellt worden waren. Ich blieb in Kivumu bis zum 4. November. Es gab viel Arbeit und Pater Vjeko war ganz alleine. Messen, andere Pastoraktivitäten usw. Aufstehen ist um 05:30.

 
Pater Vjeko Zentrum

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