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Freitag7August2020
Zu Besuch in meinem Afrika
Donnerstag, 30. Oktober 2008 Geschrieben von Jackline Nahwera

Jackie mit FamilieMein Name ist Jackline Nahwera Ken. Ich bin in eine Familie mit vier Kindern hineingeboren worden und habe auch Halbgeschwister. Meine Mutter starb als ich noch sehr klein war. Mein ├Ąlterer Bruder Moses und mein Vater, damals schon in seinen ├Ąlteren Jahren und erkrankt, haben sich um mich und meine Geschwister bis zu meinem f├╝nften Lebensjahr gek├╝mmert. ( Bild 1 ) Zu jenem Zeitpunkt ├╝bernahm eine Irin namens Mary Moran, Direktorin der Verbindung des Hlg. Franz, die Verantwortung f├╝r uns. Ihr Bruder und ihre Cousine sind f├╝r unser Schulgeld aufgekommen. In den Schulferien war ich sehr oft im Ort, wo Mary wohnte, aber stets unter der Aufsicht von Valerie Kae Ken, die ich im Projekt Hlg. Franz kennerlernte, in dem sie als Freiwillige arbeitete; sie arbeitete gemeinsam mit Lehrern und organisierte die Schneiderabteilung im Projekt. Mutterlos wie ich damals war, hatte ich dank der F├╝rsorge dieser zwei netten Damen das Gef├╝hl, als ob ich zwei M├╝tter h├Ątte.

Jackie und ValerieObwohl ich in besseren Verh├Ąltnissen aufgewachsen bin als die meisten afrikanischen Kinder, habe ich niemals vergessen, wer ich bin und woher ich komme. Dann lernte ich Pater Ivica kennen, einen kroatischen Pfarrer, der zu einem weiteren Mitglied meiner Familie wurde. Immer dann, wenn Mary und Valerie nicht anwesend waren, hat sich Pater Ivica um mich gesorgt. Zu dieser Zeit lebte und arbeitete er im Dorf namens Rushooki, wo er sich um viele Armutsopfer k├╝mmerte. So wurde Rushooki zu meinem neuen Zuhause. Jetzt, da ich mit Pater Ivica zusammenlebte, habe ich viele neue Dinge gelernt. Sp├Ąter wurde Pater Ivica nach Kivumu, Ruanda, versetzt und so wurde Ruanda ebenfalls meine neue Heimat. W├Ąhrend ich in Ruanda lebte und dort etwas ├╝ber die Geschichte dieses Landes lernte, wurde mir bewusst, was f├╝r eine ganz andere und gl├╝ckliche Kindheit ich verglichen mit den Kindern in Ruanda hatte. Ebenso konnte ich mitansehen, wie Ivica das Leben vieler Menschen "ver├Ąnderte" und ich lernte daraus, dass das Leben das ist, was man selbst daraus macht, wenn man die M├Âglichkeit dazu hat. Und genau das tat Ivica... er gab ihnen eine zweite Chance, einen Neuanfang, um sich im Leben entfalten und aufwachsen zu k├Ânnen, wie man es pers├Ânlich f├╝r richtig h├Ąlt. Von da an lebte ich meinen Traum und ich w├╝nschte mir von ganzem Herzen, dass es auch so bleibt. Aber uns allen sind zwei Dinge klar; einige Tr├Ąume zerplatzen und andererseits werden neue geboren.

Jackie und Pater IvicaMein altes Leben geh├Ârte nun der Vergangenheit an, aber mein neuer Lebenstraum begann nach dem Tod meines Vaters. Damals war ich in der sechsten Klasse in der Grundschule. Noch vor seinem Tod erkl├Ąrte mein Vater sich damit einverstanden, dass Valerie das Sorgerecht f├╝r mich ├╝bernimmt und somit meine Mutter wird. So kam es dann, dass meine neue Mutter und ich im Mai 2006 gemeinsam aus Afrika auswanderten, um mir einen Neuanfang in Kanada zu erm├Âglichen. F├╝r mich war das nicht gerade ein einfach zu bew├Ąltigender Schritt in meinem Leben, da ich alles hinter mir lies, was ich hatte; meine Familienangeh├Ârige und Freunde, aber gl├╝cklicherweise hatte ich nette Leute um mich herum, die mich immer unterst├╝tzt haben, so dass ich in der Lage war zu entscheiden, was das Beste f├╝r mich ist. Heute lebe ich mit Valerie in Kanada und f├╝hre ein neues Leben mit einer neuen Familie. Es war nicht leicht f├╝r mich. Ich kam in eine neue Umgebung, in der alles neu f├╝r mich war, aber wie der Lauf der Dinge nun mal ist, habe ich mich an die neuen Lebensbedingungen angepasst. Die Schule war komplett anders als "die", die ich in Uganda besuchte. In Kanda lernte ich neue Bildungsm├Âglichkeiten kennen und verliebte mich auf den ersten Blick in meine bisher gr├Â├čte Entdeckung - die Bibliothek.

In der Merheit aller afrikanischer Staaten, St├Ądte, sogar Schulen gibt es keine Bibliotheken. Ich war sehr aufgeregt, als ich mich nun in einer befand, die weit und breit voll mit B├╝chern war... schon bald wurden die Bibliotheken in Kalgari zu meiner Leidenschaft und ich w├Ąre sehr gl├╝cklich, wenn ich irgendwann einmal in einer arbeiten k├Ânnte.

Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, seitdem ich hierher nach Kanada gezogen bin. Ich besitze auch die kanadische Staatsangeh├Ârigkeit. Dieses Jahr bin ich nach Afrika in den Urlaub gefahren, der voll mit ├ťberraschungen, Freude, aber auch Arbeit war. Ich besuchte viele Freunde und Bekannte in Uganda und schlie├člich kam ich nach Kivumu, wo ich die Arbeit verrichtete, die mir am meisten Spa├č machte. Ich habe an der Gestaltung der Bibliothek in der Schule "Pater Vjeko" mitgewirkt.

Die neue BibliothekObwohl die Schule nicht so viele B├╝cher besitzt, wie die Bibliotheken in Kalgari, habe ich dennoch alles in meiner Macht stehende getan, um sie zu organisieren. Alle B├╝cher sind im Computer erfasst und alle B├╝cher sind mit Aufklebern markiert.

W├Ąhrend ich dort arbeitete, sah ich, was in diesem Land alles vor sich geht und mich pers├Ânlich hat das sehr oft emotional mitgenommen. Meine Schule in Kananda hat sogar viel zu viele B├╝cher. Jeder Sch├╝ler bekommt B├╝cher zur Verf├╝gung gestellt und die Mehrheit dieser B├╝cher werden nicht zu dem Zweck benutzt, zu dem sie eigentlich vorgesehen wurden. Stellen Sie sich bitte einmal Kinder vor, die eine Schule besuchen und nicht einmal die grundlegenden B├╝cher besitzen, um lernen zu k├Ânnen. Ich arbeitete nur zwei Wochen, um die Arbeit hier zu Ende zu bringen und ich war sehr erstaunt dar├╝ber, als ich sah, wie wenig B├╝cher sie haben. Ich habe eine Idee. Wenn Sie im Besitz von B├╝chern sind, die sich mit Schneiderei, Tischlerei oder dem Maurerhandwerk besch├Ąftigen und Sie diese nicht mehr gebrauchen k├Ânnen, dann w├Ąren sie hier in Kivumu in der Schule "Pater Vjeko" von sehr hohem Nutzen. Falls Sie sie verschicken m├Âchten, k├Ânnen sie dies an folgende Adresse tun:

CFJ Padri Vjeko, c/o fra Ivica Peric
P.O. BOX 70 Gitarama
Rwanda, Africa

Ich werde ├╝bergl├╝cklich sein, wenn ich das n├Ąchste Mal hier nach Kivumu komme und noch mehr B├╝cher vorfinden kann, die mir noch mehr Arbeit abverlangen werden. Nun bin ich wieder in Kanada bei meiner Familie und meinen Schulfreunden . Dieser Sommer war f├╝r mich einfach zu sch├Ân um wahr zu sein und er ich werde immer sch├Âne Erinnerungen daran haben.

 
Pater Vjeko Zentrum

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